The Kids are im “Der Weiße Hase”!

PHOTO & video-EXHIBITION plus underground TECHNO PARTY! April, 12th, 2017

Display of Naked Young Bodies to “Schreck the Bürger!”

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On April, 12, 2017 there is going to be party which looks pretty crazy to the uninitiated eye. It looks like an orgy, its feels like an orgy, its smells like an orgy, but what it actually is: it´s the swinging Heroinkids doing it again! The infamous kaiserengel.net couple invites all the party people in Berlin to party like a drug-infested pony-in-a-bucked-on-a-stick. Thing is: nobody is actually on deathly, self-destroying highs! They are just kids having a crazy, naked fun time. All this happends within a huge marketing- and photo and video art exhibition-environment which Corinna Engel & Christian Kaiser have meticulessly concocted with their band of brothers and sisters. They want to raise awareness for their controversial ideas about freedom of art issues. Additionally they will seduce you to hop on their online-sale webshop to make you click and buy items from their streetwear, clubwear and T-Shirt collection. If you like crazy parties, strippers and wasted people on sexually induced natural highs from oggeling young students clad to represent model-look-alikes with non-pc attitudes, I recommend you give this event a try. If you like to “Schreck the Bürger!”, this is where you find your soulmates.

(Party 10 p.m.)

Line Up: Rocco Caine (Drumcode) Andre Jko (Vault Series) Alberty (Entropie)

Get your ticket @kaiserengel.net

Der Weiße Hase, Revaler Str.99, 10245 Berlin-Friedrichshain, RAW Area, S-Bahnhof Warschauer Straße

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Hey, Dirtbag Baby!

Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das heißt Bot.

Ausgangspunkt meiner Recherche eines kulturell-anthropologischen Phänomens war eine kaum merkliche, unterbewusste Verschiebung meiner Wahrnehmung der massenweise mittels Feeds eingestellten Bildströme im World Wide Web. Dieses subjektive Ereignis innerhalb meiner normalen Rezeptionsroutine gestaltete sich derart, dass scheinbar zufällig entstehende neue Bildbeziehungen von Bildern plötzlich begannen sich zu verselbständigen. Von einer visuellen Analyse versprach ich mir Aufschluss über die besondere Ästhetik und deren vermutete Herstellungsweise in der Produktion. Ich war generell auf der Suche nach allem was den Hashtag #pale grunge zu tragen pflegt.

Die Bilderwelt des sogenannten Pale Grunge habe ich in meinem Konzeptpapier und in meiner Pressemitteilung ausführlich beschrieben. In Wikipedia ist der Eintrag der diesen Modestil beschreibt überraschender Weise größer als der simple Eintrag für die Musik, die als Grunge bekannt ist, diesem ursprünglichen Subgenre der Popkultur der Neunziger. Lockere, gebraucht aussehende Kleidung ist seit jeher eine Identifikationsoption zwischen den empfindsam-empfindlichen jugendlichen Fans eines Musikstils und vor allem was als Mainstream gilt. Da Grunge ein Kind des Punk ist, trägt dieser Stil ein Quäntchen Unangepasstheit stets mit sich herum. Grunge, das ist idealtypischer Weise der Dreck unter den Fingernägeln der Töchter und Söhne der Holzfäller in Seattle im US-Staat Washington. Hier trägt der Blue Collar Worker seine grobe und bequeme Funktionskleidung mit stolzer Selbstverständlichkeit zur Schau. Hier ist der Ursprung einer evolutionären Entwicklung der visuellen Erscheinungsformen einer Billigmode für internet-affine Teenager. Nach 20 Jahren, mit dem populär werden des Internets, und auch durch das Aufkommen von Bilder- Platformen wie tumblr, hat diese Jugendbewegung eine beachtenswerte Dynamik von der Musik ins Visuelle demonstriert.

Der Grunge-Stil, geprägt durch sein Idol Kurt Cobain machte das karierte Holzfällerhemd kombiniert mit zu großen Jeans, die in gelb-beigen Doc Martins enden zum prägnanten Vehikel einer visuellen Reise. Dieser Trip ist ein Farb- und Formenspiel von unzähligen Kombinationen und Ausformungen eines durch definierten Looks in den Farben Pink, Babyblau, und Schwarz und Weiss. Auf tumblr, Pinterest und Instagram entstanden Bilderströme, die einer weiblich geprägten Mode und eines gemäßigten Konsums zusprechen. Vom Garage-Sale und Humana-Trödel zum Shoppingclub der bestellsüchtigen Bohos ist eine evolutionäre Entwicklung zu verfolgen, die einen besonderen Einflussfaktor sein eigen nennt: den Algorithmus nämlich, der diese Pinterest- oder Insta-Feeds per sogenannten Bots automatisch vorselektiert und steuert.

“Die Grenze zwischen Werbung und authentischen Beiträgen verwischt nicht mehr nur, die Werbung selbst wird zum authentischen Beitrag.” (Anika Meier, Die Zeit)

Wenn also Werbung als authentische mitmenschliche Äußerung gilt, die ein Computerprogramm millionenfach ins Internet spült, dann hat die Unterscheidungsfähigkeit eines einzigen menschlichen Wahrnehmungsvermögens einen schweren Stand sich gegen die Algorithmen aufzulehnen und nach einem sozial-psychologischen Rückhalt in einer menschlichen Gemeinschaft zu suchen. Der sensus communis, grundsätzlich schlicht der Gemeinsinn, kann ja nicht von Programmen erzeugt werden, sondern nur durch Individuen von Pinterestern und Instagrammern menschlicher Art.

Auf den Entdeckerseiten von Instagramn sind seltsam warm-kalte Bildkombinations- Anmutungen zu beobachten, die, wie ich nach jahrelanger Recherche nun sagen kann,
nicht Menschen, sondern Programme, sogenannte Bots sind. Es sind Feeds die ein mathematisches Kalkül errechnet und nicht etwa die post-modernen Poesiealben attraktiver, weiblicher Millennials. Wovon ich spreche ist nicht der Grunge-Fan-Feed einer 16-jährigen, das hier ist ein Bot, dessen Zweck es ist Kleidungsmarken und Stile im Kommunikationskanal Instagram präsent zu halten mit Hilfe einer ständigen Umwälzung des ewig Gleichen. Nietsches Uroboros, die Schlange der ewigen Wiederkehr, hat sich hier unbemerkt ins 21.Jahrhundert geschlängelt. Gleichsam wie bei der Bild-Plattform tumblr, mit seinem unendlich variierenden Bildwechseln und seinen um sich selbst drehenden Eiswürfel, dem Tumblr im Whisky-Glas, der eben diesen Namen trägt.

Punk und Pale entwickeln sich ständig weiter, allerdings nun unter Beihilfe von Bots, die die Innovationszyklen stets verkürzen, und bald nur noch durch sich selbst kommentiert sind. Der Stil, das ist die Maschine, die die Bilder mischt. Und kein menschliches Unterscheidungs- vermögen mag dabei den Fake, der als authentisch daher kommenden Werbefeeds erkennen können. Den Bildkombinationsmöglichkeiten eines mathematischen Manipulations- und Multiplikationsmechanismus entkommt kein unschuldig dahin flanierender Augapfel. Meine Arbeitsmethode ist es eine sich annähernde Nachinszenierung zu gestalten. Die Elemente eines jeden zugänglichen Alltagsmodestils für mich selbst, in der fotografischen Praxis im Studio, nutzbar zu machen ist mein Ziel. Der vorerst unbekannte Hashtag: #German Grunge macht so vielleicht seine Runde.

Dasselbe gilt in Zukunft auch für den Modetrend im Umfeld der Fitness-Industrie, der “Athleisure”-Trend. Fitness- und Sportkleidung, von Yogapants, über Yogaschuhe, die aussehen wie aufgeschnittene Sneakers, bis zum Sport-BH mit Riemchen reicht der neue Trend der unter anderem seit 2015 in den instagram-Feeds zu sehen ist. Sportliche Funktionskleidung wird immer mehr auch in nicht sportlich geprägten Kontexten getragen. Rapper in Adidas erscheinen nicht übermäßig fehlgekleidet und der Tip: mit Yogapants in den Abend, macht Furore. Kylie Jenner macht es vor, die Follower klicken den Bestell-Button. Ein Klick gebiert den nächsten Konsum. Sei es nachhaltig veganes Leder, oder eine synthetische Bluse aus dem 3-D Printer: die Vorsilbe “Ath” steht für athletic, sowohl auch für aesthetic. Somit vereint der Trend beides: den durchtrainierten Körper mit dem ewig wandernden Auge eines unstillbaren Konsumenten. Ob dieses Auge durch ein menschliches Gehirn selbstgesteuert ist, ist mir mit der Zeit zunehmend immer fraglicher geworden.

 

Peer Hunsicker 2017

Writer Molly Antopol reads at American Academy

Berlin-Wannsee on March 28, 2017

Molly Antopol is a former Wallace Stegner Fellow at Stanford University, where she now teaches writing as Jones Lecturer in Fiction. She is the 2013 recipient of the National Book Foundation’s “5 Under 35” award to promising young writers, and she spent the 2015-2016 year as a Radcliffe Institute Fellow at Harvard University. Her writing has appeared on NPR’s “This American Life” and in many magazines and journals, and won a 2015 O. Henry Prize. Antopol holds an MFA from Columbia University and BA from the University of California, Santa Cruz.

Her debut collection, The UnAmericans (W.W. Norton, 2014) is a collection of diverse stories, set in the US, Europe, and Israel. Published in seven countries, it was nominated for the National Book Award and won the New York Public Library’s Young Lions Fiction Award. It was a finalist for many prizes, including the PEN/Robert W. Bingham Prize, the National Jewish Book Award, California Book Award, and the Barnes & Noble Discover Great New Writers Award.

 

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Basic thoughts on art direction in fashion

 

Art direction for me means the total control of what appears on the theater of the page. In what form, shape or color will elements enliven the screen or monitor. The most important aspect of fashion is emotion, so creating a unique atmosphere on location is the key ingredient of an outstanding recipe for visual uniqueness in terms of authentic originality. Let the graphics interplay with the concept of the shoot. Let models find their moods, let make-up and hair combine and enhance it.

Do you want a dark image or a bright lit one and what impact may that design decision have on the spectator? The play with the deviation from expected norms is achieved by surprising compositional arrangements on the page, screen or monitor. What makes this interplay of analog or digital visuals so exciting is the adventure of the experiment. I am an extemporiser working with line, color and texture drawings. To make fashion visuals even more striking, I have my personal perception as a guide for invention.

Gestalt, shadows, shape line and fragile silhouettes fascinate because the female form is inherently seducing the eyes of spectators. Transforming the usual perception with the metamorphoses of Gestalt principles ground the visual experiment in individual human perception processes.

This is the result of creation when new forms evolve out of old. Courage is what you need to break the rules, but without risk visuals stay bland. Make it bold! Make it colorful or do the opposite: drain the color out of the image. But in any case stay true to your instincts. If you trust your taste people will notice it and will follow your personal vision as an art director.

Peer Hunsicker 2017

 

Skizze einer Synchronopse: 1976 – 2016

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Kolorierte Skizze zur Darstellung einer Synchronopse mit den Themensträngen Zeichnung, Video und Fotografie. Hier wird versucht eine persönliche Chronologie der eigenen Arbeit anhand von künstlerische Projekten und Themenfeldern zu erstellen. Ziel ist es den roten Faden der eigenen Arbeit deutlich werden zu lassen, sich wiederholende Themenfelder im medialen Kontext benennen zu können und die Zyklen der Themenwiederaufnahme in einer grafischen Chronologie, oder auch Synchronopse verständlich zu machen.

Synchronopsis – biografische Daten als Grundlage einer Informationsgrafik

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Das Forschungsvorhaben “Synchronopsis” entwickelt sich seit dem Jahr 2010 weiter zu einem künstlerisch-wissenschaftlichen Projekt zur Visualisierung von Biografien in einem sozial-psychologisch und künstlerisch weitgefassten Rahmen. Der diskursive Kontext wird durch ein inszeniertes Interview-Setting zweier Menschen anhand eines immersiven, interaktiven, durch Daten Lebenslaufdaten angereicherten, Zeitstrahls gebildet.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Auseinandersetzung und Erstellung einer künstlerisch-wissenschaftlichen Methode zur dynamischen Visualisierung von biografischen Daten mit Hilfe eines originären Systems.

Das besondere am Projekt “biografische Synchronopse” ist, dass ein alternativer Zugang zur eigenen Vita ausnahmslos für jeden Menschen einen Sinn ergeben könnte.

Ein Anwendungsbeispiel wäre die Vermittlung neuer Blickwinkel auf den eigenen Lebenslauf und die eigene Zukunft mittels der Synchronopse für Menschen in der Krise mit Burn-Out-Erfahrung, oder Jugendliche auf der Suche nach visionärer Selbstverwirklichung.  Im sozialpsychologischen Setting des Interviews, bzw. des Dialogs des Künstlers mit einer Person, die mehr über sich selbst erfahren möchte, werden Reflexionspotentiale entdeckt und Handlungsmöglichkeiten zur positiven Weiterentwicklung der Biografie erörtert.

Für einen weiteren Abschnitt des Forschungsvorhabens werde ich Künstlerlebensläufe über eine selbst erstellte Datenbank in eine Prototyp-Entwicklung des Systems einpflegen, um die Verwendung des Systems zur kunsthistorisch-komparatistischen Visualisierung von Künstlersynchronopsen zu untersuchen.

Zusätzliche Beispiele sind die interaktive Darstellung von Lebensläufen berühmter Persönlichkeiten im Museumskontext, sowie die Anwendung der Synchronopse als biografisches Analyse-Tool in weiteren Nutzanwendungen der biografischen Analyse.

Peer Hunsicker

Berlin, den 13.7.2014

Die Künstlerbiografie als synoptisches Diagramm

board-2014-08-23-um-15-24-37Herausragende Künstlerbiografien stehen im Mittelpunkt meines Interesses. Ich entwickle einen Arbeitsprozess zur Visualisierung von Künstler- Synopsen. (Im engeren Sinne sind es sogar SynCHRONopsen. Die Silbe: Syn steht für “Zusammen” und Optik, bzw. opsis für “das Sehen”.) Es geht also um “das chronologische Zusammensehen”, Überblicken und Verstehen von biografischen Zeitabläufen und Entwicklungsschritten in den Lebensläufen von Künstlern.

Diese modale Rezeptionsweise läßt variable Standpunktwechsel zu und möchte eine visuelle Alternative zur verschriftlichen Künstlerbiografie in Form einer zeitgemäß-dynamischen Gestaltung sein. Das < Visual Story Telling > im Zusammenhang mit populären, jedoch betont künstlerischen Ansätzen zur Informationsgrafik ist ein Schlüsselbegriff meiner Arbeitsweise.

Nehmen wir als Beispiel die außergewöhnliche Biografie der erst kürzlich entdeckten amerikanischen Fotografin Vivian Maier. Sie hinterließ ausser ihren zahlreichen Kisten und Negativen ein Konvolut an persönlichen Manuskripten,  Notizen und Ephemera,  das sich als Fakten-Ressource zur Aufarbeitung ihrer Biografie  anbietet.

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Foto: John Maloff

Gesetzt den Fall, wäre es meine Aufgabe diese Datenquellen in computerverarbeitbare Daten umzuwandeln. Nach Sichtung, Sammlung und Recherche  beginnt der langwierige Prozess des Kategorisierens des gesammelten Datenmaterials. Ist dieser Teil des Arbeitsprozesses in einem workflow mit Exel-Tabellen, Scan-Prozessen und Indesign erledigt, beginnt die Datenaufarbeitung, bei der eine Endkontrolle der einzupflegenden Daten notwendig ist. Sind die Daten auf Format, Struktur, Textur, Qualität und Quantität  überprüft, folgt der Schritt der Implementation der sogenannten “items” in die Datenbank des Systems.

Die statistischen Daten-Cluster, geformt aus Parametern von Zeit und Raum, sind die Vorstufe zur Generierung einer “storyline”. Dieser narrative Fokus zeigt die einzelnen Entwicklungsstränge in einer klar strukturierten Visualisierung. Das aufgefächerte Spektrum eines Zeitstrahls ist der Mittelpunkt der Darstellung als schaubildartige Grafik, oder interaktivem Display. Die Besonderheit der Synchronopse liegt in der visuellen Adaptationskraft des Systems, das überraschende, parametrisierte Kategorienwechsel und  vielseitige, modal wählbare Gestaltvarianten ermöglicht. So sehr der zu kommunizierende “content” komplex, sperrig und disparat sein mag, führt der durchgestaltete Output des Systems zu einer intuitiv erfassbaren synoptischen Gesamtgestalt.

Ob historische Figur, gefeierter Star, berühmter Musiker, oder bildender Künstler, sie alle haben eines gemeinsam: Ihre faszinierenden Lebensläufe stoßen auf Interesse und sind synchronoptisch visualisierbar!